Die Gruppe Voina (bekannt auch aus diesem Blog) war mal wieder aktiv und wagt eine der radikalsten Aktionen, die ich unter dem Begriff “Kunst” je erlebt habe. Sie haben in St. Petersburg einen Gefangenentransporter angezündet, selbiges dokumentiert und sich dazu bekannt, diesen Knast auf Rädern zerstört zu haben.

“Dear Russians, this action is a modest gift to all of you from the Voina Group. It’s a gift to all political prisoners of Russia: Philip Kostenko, Sergei Udaltsov, Taisia Osipova, Sergei Mokhnatkin, Vladimir Bukovsky and many others. We dedicate this action to the deceased heroic political prisoners Sergei Magnitsky, Anatoly Marchenko, Kronid Lyubarsky, Alexander Ginzburg, Andrei Sinyavsky, Yuri Galanskov, Yuli Daniel. Let’s destroy all prisons! Freedom to all political prisoners! Feds don’t fuck us – we fuck feds! Happy New Year, comrades!”

Natürlich provoziert diese Performance in ihrer Radikalität. Wo heute öffentlicher Geschlechtsverkehr und Ähnliches nur noch das Potential zum Gähnen birgt (wenn darin wenigstens geschlechterpolitische oder sonst eine Kritik außer “mensch darf auf der Straße nicht vögeln” steckte) birgt die öffentliche Zerstörung öffentlichen Eigentums, welches in diesem Fall wie kaum etwas anders Autorität und Repression des Staates repräsentiert, wirklich Sprengstoff. Ich möchte sagen: DAS ist doch mal politische Kunst!
Einzig der Kommentar, mensch ficke die Bullen, gefällt mir da nicht. Niemand sollte sexualisiert angegriffen werden, nicht mal die Polente.
(Dieser Blogeintrag spiegelt nur sehr eingeschränkt jungdemokratische Positionen wider. Zwar richtet sich unser Programm gegen das Strafrecht und steht für die Entknastung der Gesellschaft ein. Das Gutfinden der Zerstörung von Sachen und Symbolen findet sich aber höchstens in Einzelmeinungen wieder.)
Nicht nur, dass die Fahrtkosten zur Hälfte erstattet werden, dass mensch also mit einer Bahncard 50 für lau reist; das gerade entstehende Programm scheint auch ziemliche Sahne der ersten Klasse zu werden. Sojasprühsahne sozusagen.
Am 30. März wurden in Madrid insgesamt 106 Werbeplakate aus City Lights durch schlicht designte Aussageposter ersetzt. Diese wurden vorher von genau so vielen Menschen, 



die schon seit 2003 Politik und Kunst in subversiver Weise miteinander verbinden. Ihre neueste Aktion war das Beantragen von Personalausweisen, bei denen sie biometrische Fotos einfügen ließen, die sie vorher aus den Gesichtern je zweier Mitglieder gemorpht haben. So können beide den Ausweis benutzen und mit einer neuen Identität spielen. Sie nutzten die Ausweise in den folgenden zwei Jahren beispielsweise für Flugreisen, Wahlen, sogar für eine Hochzeit. Und umgingen damit teilweise die staatliche Überwachung. Občan K. – zu Deutsch Bürger K. – bezieht sich auf Franz Kafka und seinen Roman “Der Process”.
Cyberpunk, entwickelt hat. Den Vortrag von Karin Harrasser kann mensch sich 